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Die richtige Pflege von Topfpflanzen

Richtige Pflege einer Topfpflanze

Ebenso wie wir Menschen, sind Pflanzen Lebewesen und haben daher auch bestimmte Bedürfnisse an ihre Umwelt bzw. Umgebung. Es ist noch gar nicht so lange her, dass Menschen sich mit Pflanzen in ihrer Wohnung umgeben wollten. Erst am Anfang des 19. Jahrhunderts begann man, mit Pflanzen die Wohnung zu schmücken. Heute kann man sich seinen Lebensmittelpunkt, die Wohnung, ohne Pflanzen und Blumen nicht mehr vorstellen. Um nun lange Freude an den Zimmerpflanzen zu haben, muss man sie hegen und pflegen. Das fängt schon damit an, dass man sich fragt, in welche Erde muss meine Pflanze. Topfpflanzen müssen ihr komplettes Leben in Töpfen verbringen. Eine Erde, die verdichtet und zu nass ist, lässt die Wurzeln der Pflanze verfaulen. Deshalb ist es wichtig, dass die Erde in die die Topfpflanzen gesetzt werden, stabilisierende Bestandteile, Langzeitdünger und viel lockeren Humus enthält. Kakteen, Orchideen brauchen eine spezielle Erde um sich optimal zu entwickeln und zu wachsen.

Welche Pflanze in welche Erde

Kakteen und Sukkulenten sind wasserspeichernde Pflanzen und brauchen daher eine andere Erde als beispielsweise eine Orchidee, die die Feuchtigkeit, die sie benötigt, aus der Luft zieht. Deshalb braucht die Orchidee eine spezielle Mischung aus Stücken von Rinden-Humus, Kokos- und Holzfasern sowie Pinienrinde. Diese Mischung ist nährstoffarm und gibt Feuchtigkeit schnell wieder ab. Das verhindert das Abfaulen der Wurzeln. Die Orchidee zieht ihre Feuchtigkeit aus der Luft.

Welche Töpfe

Die meisten Topfpflanzen, die man heute kauft, sind in Töpfen aus Kunststoff. Nun kann man darüber diskutieren, was für die Pflanze besser ist, der Topf aus Ton oder der Topf aus Plastik. Je nach Bedürfnis der einzelnen Pflanzen kann sowohl der Topf aus Ton oder der aus Kunststoff besser sein. Jeder hat seine Vor- und Nachteile. Heute gibt es vielerlei Arten von Töpfen. Sie bestehen aus unglasiertem Ton, oder glasiert, aus Keramik oder Aluminium und aus vielen anderen Materialien. Schauen wir uns doch einmal die Vor- und Nachteile der jeweiligen Töpfe an.

Ton speichert z. B. das Wasser, das die Pflanze nicht direkt aufnimmt, und gibt es nach Bedarf an die Pflanze wieder ab. Außerdem ist Ton atmungsaktiv. Allerdings entsteht bei der Verdunstung des Wassers Kälte und diese Kälte kann empfindliche Pflanzen im Wurzelbereich schädigen. Auf der anderen Seite kann man an diesem Naturmaterial „Ton“ auch Hinweise auf Pflegefehler erkennen. Sind an den Topfwänden helle Flecken zu erkennen, ist dies aller Wahrscheinlichkeit nach ein Hinweis auf zu hartes und sehr kalkhaltiges Wasser. Ein kleiner Tipp zur Entfernung der Kalkflecken: Taucht man den Topf in Essigwasser, lassen sich diese Kalkflecken ganz leicht entfernen. Wenn sich an der Außenseite des Topfes Schimmel bildet, ist das ein Hinweis darauf, dass die Erde zu feucht ist und zu viel gegossen worden ist. In diesem Fall sollte man die Pflanze umtopfen und weniger gießen. Einen Nachteil hat Ton noch. Er scheidet über die Topfwand einen Teil der Düngesalze wieder aus und hinterlässt einen weniger schönen Belag, der nur mit ätzenden Mitteln entfernt werden kann.

Pflanzgefäße aus Kunststoff können aus sehr festem und hartem Material oder aber aus weichem und beweglichem Material bestehen. Allerdings zeigt ein Kunststoffgefäß keine Pflegefehler wie beim Ton an. Außerdem ist Kunststoff ein schlechter Wärmeleiter. Dies hat wiederum den Vorteil, dass der Kunststofftopf wie eine Isolierschicht wirkt und die Pflanzen gegen einen kalten Untergrund schützt. Kunststoffbehälter mit Wasserspeicherfunktion sind sehr praktisch bei großen Pflanzen. Der größte Vorteil gegenüber einem Tontopf ist das Gewicht.

Schauen wir uns nun ein paar Beispiele anhand von Kakteen, einer Grünlilie und einer Aloe vera an.

 

Die Grünlilie

Die Grünlilie ist eine sehr widerstandsfähige und robuste Pflanze, bei der man nicht viel falsch machen kann. Jedoch sollte man bei der Pflege ein paar Kleinigkeiten doch beachten. Wenn man sie einmal vergisst zu gießen, so macht ihr das nicht viel aus. Was sie aber gar nicht mag, ist Staunässe. Deshalb sollte man Sie, wenn sie ziemlich trocken ist, einfach in ein Tauchbad geben und so lange tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Dann lässt man sie einfach ein paar Minuten stehen, damit das überflüssige Wasser ablaufen kann. Sie mag es auch, wenn sie bei sehr warmen Temperaturen oder sehr trockener Luft besprüht wird. Sie wird Ihnen dankbar dafür sein.

Standort

Beim Standort ist die Grünlilie nicht empfindlich. Sie verträgt sowohl einen sonnigen wie auch einen schattigen Platz. Genauso kommt sie wunderbar mit wärmeren als auch mit kühleren Temperaturen zurecht. Düngen sollte man einmal in der Woche vom Frühjahr bis in den Herbst. Im Winter wird sie alle drei Wochen gedüngt, es sei denn, sie hat einen sehr kühlen Standplatz. Noch ein Hinweis: Bekommt die Grünlilie zu wenig Licht, verschwinden die hellen Streifen, die auf den Blättern sind oder sie knicken ab. Die Blätter bekommen braune Spitzen, wenn die Luft zu trocken ist.

Umtopfen

Wenn man feststellt, dass die Wurzeln der Grünlilie aus der Erde wachsen, dann ist die Zeit für die Umpflanzung in einen größeren Topf gekommen. Das ist ganz unkompliziert und kann zu jeder Jahreszeit geschehen. Da die Grünlilie nicht sehr anspruchsvoll ist, genügt eine normale Blumenerde.

Vermehrung

Das Ziehen einer neuen Grünlilie ist ganz einfach. Der Ableger, Kindel genannt, wächst an einem peitschenartigen Stiel der Mutterpflanze. Diesen Ableger kann man ganz einfach abknipsen und in Wasser stellen. Haben sich dann Wurzeln gebildet, kann man den Ableger bereits in Erde setzen. Jetzt sollte allerdings ein warmer Standort gewählt werden. Neben dem Ziehen durch Ableger kann man eine Grünlilie auch einfach teilen.

 

Kakteen

Die ursprüngliche Heimat von Kakteen ist Amerika. Die Kakteen verbreiteten sich erst nach der Entdeckung von Amerika auf der ganzen Welt. Sie stammen aus wüstenähnlichen Gebieten und speichern daher das Wasser. Manche Kakteen können mehrere Jahre ohne Wasser auskommen. Das ist wohl der Grund, weshalb man in unseren Breitengraden glaubt, der Kaktus sein ein pflegeleichtes und unverwüstliches Gewächs. Doch ganz so ist das nicht. Sukkulenten und Kakteen benötigen eine spezielle Erde: ein sandiges Spezialsubstrat. Dieses beugt Staunässe und faulenden Wurzeln vor.

Der richtige Standort

Nicht jeder Standort ist für jede Kaktusart richtig. Man denkt, jeder Kaktus fühlt sich an einem sonnigen Standplatz, beispielsweise Südseite, wohl. Doch das stimmt nicht. Kakteen, die aus dem Tropenwald kommen, sind ein etwas diffuses Licht gewöhnt und fühlen sich damit wohl. Daher ist ein Standplatz auf der Nordseite oder am Nordfenster ideal für diese Kakteen, zu denen Weihnachts- und Osterkakteen zählen. Ost- und Westseite sind für die meisten Kakteen der ideale Standort, da diese Kakteen in ihrer Heimat unter Bäumen oder im Gras wachsen und nicht den ganzen Tag in der prallen Sonne stehen. Ein paar Stunden Hitze und Sonne vertragen sie allerdings ganz gut. Zu diesen Kakteen zählen Mammillaria und Cereus. Die Südseite stellt für viele Kakteen ein Problem dar, da sie die hohe Sommersonne nicht vertragen. Denn, was man nicht glauben kann, auch Kakteen können einen Sonnbrand bekommen. Allerdings gibt es auch für die Südseite Kakteen, die diese extreme Hitze vertragen und sich wohlfühlen. Dazu zählen Opuntia, Echinocereus und Ferocactus. Im Sommer sollte man jedoch, wenn möglich, seine Kakteen nach draußen stellen, denn das Fensterglas filtert das UV-Licht, das jedoch für die Pflanzen notwendig ist. Die Kakteen werden Ihnen den Standort im Freien mit mehr Bildung von Blütenknospen und kräftigere Dornen danken. Im Winter allerdings wird es dann für die Kakteen schwierig. Man muss sie auf die Winterzeit vorbereiten. Die Pflanzgefäße der Kakteen, die im Freien standen, sollten gründlich gereinigt werden und dann sollte man einen neuen Standplatz finden.

 

Aloe Vera

Die Aloe vera stammt ursprünglich aus Südafrika. Dementsprechend liebt sie Sonne und Wärme. Daher ist es in unserem Klima nicht ganz leicht aber auch nicht unmöglich, sie ziehen und zu pflegen. Man erkennt die Aloe Vera an ihren fleischigen Blättern.

Die richtige Erde

Eine trockene, sandige und kalkhaltige Erde ist besonders günstig. Sie sollte Granitsplit, Perlit (ein vulkanisches Naturgestein, das aufgrund seines hohen Porenvolumens eine große Wasserspeicherfähigkeit hat) und groben Sand enthalten. Bei einer fertigen Erdmischung für Kakteen gehen die Meinungen auseinander. Viele mischen die Erde für Aloe vera selber, beispielsweise mit torffreier Erde, je nach Wasserbedarf unterschiedliche Anteile an Quarzsand (z. B. Aquariensand) und Hydrokultursteinen.

Gegossen werden sollte die Pflanze nur dann, wenn die Erde im Topf trocken ist. Im Sommer darf die Aloe vera im Freien stehen, überwintern sollte sie aber in der Wohnung. Der Standort sollte dann nicht mehr als 12 bis 15 Grad betragen. Bei Temperaturen unter 4 Grad würde sie eingehen.

Vermehrung

Richtig gepflegt ist die Aloe vera in der Lage, sich erfolgreich zu vermehren.

Wenn man der Pflanze die richtige Pflege zukommen lässt, ist sie in der Lage, sich relativ einfach und erfolgreich zu vermehren. Auf diese Weise bekommt man als willkommene Zugabe eine dauerhafte "Apotheke" ins Haus: Der bittere Saft der Blätter hat sich als altbewährtes Hausmittel bewährt. Der Saft ist krampf- und schmerzlindernd. Die Aloe vera ist darüber hinaus auch als Wundheilmittel beliebt und sorgt hauptsächlich bei Verletzungen wie Schnitt- oder Brandwunden für eine schnelle Heilung. Ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt sollten Sie jedoch auf eine solche Behandlung verzichten, da Sie nicht für jedermann verträglich ist.

 

Rosen

Rosen können durchaus auch als Topfpflanze gehalten werden. Allerdings muss man darauf achten, dass man das richtige Pflanzgefäß findet. Da Rosen Tiefwurzler sind, ist natürlich die Größe des Pflanzgefäßes wichtig. Damit die Rose sich wohlfühlen kann, benötigt man einen Durchmesser von mindestens 40 cm Tiefe und 40 cm Höhe. Hier sind zylindrische hohe Gefäße ideal.  Wichtig ist auch das Material der Töpfe. Ein hochwertiges Tongefäß ist Wasser saugend und verhindert eine Überhitzung. Kunststoff dagegen ist ungeeignet, da sie sich im Sommer aufheizen und im Winter keinen Schutz vor Kälte bilden. Die Erde sollte schön locker sein, was man durch Untermischen von Tonstücken, Perliten und gebrochenen Schiefer erreicht. Es ist wichtig, dass man die Rose so einpflanzt, dass ihre Wurzeln nicht gebogen oder geknickt werden. Wichtig ist auch eine gute Drainage am Boden des Topfes.

Wichtig ist auch der Standort der Rosen. Warm und sonnig, so liebt die Rose es. Trotzdem muss man aufpassen, dass es für die Rose nicht zu heiß wird. Deshalb ist ein halbschattiger Standort ideal.

 

Allgemeines

Da viele Grünpflanzen aus wärmeren Regionen stammen, sollte der Standort nicht unter 18 Grad warm sein. Ebenso wichtig ist hier eine höhere Luftfeuchtigkeit. Durch Besprühen der Pflanze mit einer Wasserspritze kann man das aber ausgleichen. Vermeiden sollte man beim Standort auch Zugluft oder zu warme Heizungsluft, beispielsweise neben oder auf einem Heizkörper. Die Nähe eines Ventilators oder eines Gebläses ist ebenso schädlich. Viele Pflanzen lieben einen hellen Standort, aber keine pralle Sonne. Bei zu trockener Luft verdunstet die Pflanze mehr Wasser, als sie aufnimmt, sie hat also einen größeren Wasserbedarf.  Bei vielen Pflanzen erkennt man das am Einrollen der Blätter, an braunen Blatträndern oder abgeworfenen Knospen, Blüten und Blättern. Hier hilft neben dem Gießen das leichte Besprühen der Pflanzen. Wie bei den Schnittblumen vertragen auch viele Topfpflanzen die Nähe von Obst nicht. Ihnen schadet das ausgeschiedene Äthylen ebenso wie den Schnittblumen.

Schädlinge

Nicht nur Pflegefehler sind manchmal die Ursache für das Eingehen einer Pflanze. Auch tierische Schädlinge oder Bakterien, Viren und Pilze können eine Pflanze so schädigen, dass sie eingeht. Meistens sieht man die Symptome einer Krankheit bevor man den Schädling, der sich meistens unter den Blättern, in Blüten aber auch in der Erde versteckt, feststellt. Zeichen von Krankheiten sind in der Regel Fraßspuren, kleine Punkte auf den Blättern und Kräuseln der Blätter. Jetzt ist es wichtig, die kranke Pflanze von den gesunden zu trennen, um eine Ansteckung zu vermeiden. Nun muss der Schädling gefunden werden. Dies ist oft nicht ganz einfach. Durch eine genaue Beschreibung der Symptome können Fachleute allerdings oft weiterhelfen. Bakterielle Erkrankungen oder Virenerkrankungen sind oft sehr schwer festzustellen und enden oftmals mit der Vernichtung der Pflanze.

Hilfreiche Tipps

Hervorragend als Dünger eignen sich das Kochwasser von Kartoffeln und Eiern. Einmal in der Woche damit gießen. Die Blätter von Gummibäumen und Palmen werden wieder wunderbar glänzen, wenn sie mit etwas Dosenmilch auf einem Baumwolltuch abgerieben werden. Zum Düngen von Farn eignen sich verbrauchte Teeblätter oder Teebeutel.

Schädlinge wie Läuse und Würmer in der Erde werden vernichtet, wenn man sechs bis acht Streichhölzer mit dem Kopf nach unten in den Topf steckt. Die Tiere werden durch den sich auflösenden Schwefel vernichtet und es schadet der Pflanze nicht. Hat sich der Schwefelkopf aufgelöst, die Streichhölzer erneuern.

Füllmaterial aus Verpackungen, beispielsweise Styroporstücke eignen sich zum Untermischen in Blumenerde. Der Vorteil ist, dass das Gewicht der Blumentöpfe nicht so hoch ist und sie sorgen gleichzeitig für eine gute Durchlüftung. Schneller Wurzeln bilden Ableger, wenn sie in einem farbigen Gefäß, das mit Wasser gefüllt ist, stehen.